PRÄSENTATION DER PROJEKTERGEBNISSE

Sie können hier die Präsentation der Projektergebnisse als Power Point Präsentation downloaden.

BERECHNUNG EINER KOSTEN-WIRKSAMKEITSANALYSE

Der Abschnitt "Planung" im Projekt umfaßt eine Kosten-Wirksamkeitsanalyse. In dieser Analyse wird ein Planungsnullfall mit vier alternativen Maßnahmenfällen verglichen. Aufgrund einer Bewertung der Alternativprojekte soll festgestellt werden, welcher Maßnahmenfall das volkswirtschaftlich wirksamste Projekt darstellt.
Folgende Projekte im Verwaltungsgebiet des Gemeindeverbandes für Abfallbeseitigung wurden als Maßnahmenfälle ausgewählt:

1. Maßnahmenfall:
Landwirtschaftliche Biogasanlage in der Gemeinde Sitzenberg-Reidling
2. Maßnahmenfall:
Landwirtschaftliche Biogasanlage in der Gemeinde Großweikersdorf
3. Maßnahmenfall:
Klärgasnutzung mit Cofermentation in der Kläranlage Tulln
4. Maßnahmenfall:
Strohverbrennung in der Gemeinde Kirchberg am Wagram

Die Bewertung erfolgt nach selbst aufgestellten Zielkriterien, die im folgenden Zielbaum dargestellt sind:



Maßnahmenfall 1:

Landwirtschaftliche Biogasanlage in der Gemeinde Sitzenberg-Reidling

Standort:
Gemeinde Sitzenberg-Reidling
Schweinemastbetrieb mit etwa 5000 Tieren (500 GVE)

Fermenter:
die im Betrieb anfallende Gülle von 6500 m³/a

Cofermenter:
Silomais von eigenen Stillegungsflächen im Ausmaß von 4550 t/a

Energieerzeugung:
Biogas: 1.180.400 m³/a
elektrische Energie: 2.301.550 kWh/a
Wärme: 1.599.691 kWh/a
Die elektrische Energie wird in das Netz der EVN eingespeist, die Wärme durch ein Nahwärmenetz an ein nahegelegenes Betreibsgebiet abgegeben.

Investitionskosten:
1.332.000 Euro

Jährliche Kosten:
111.345 Euro/a

Substrat:
Das entstehende Substrat wird als Dünger auf den Feldern ausgebracht.


Maßnahmenfall 2:
Landwirtschaftliche Biogasanlage mit Cofermentation

Bei diesem Maßnahmenfall wird angenommen, dass in der Gemeinde Großweikersdorf die Gülle eines Schweinemastbetriebes (400 GVE) in einer Biogasanlage zur Energiegewinnung genutzt wird. Zusätzlich zu der im landwirtschaftlichen Betrieb anfallenden Gülle sollen die Schlachtabfälle von zwei Fleischhauereien aus der Umgebung als Cofermenter verwendet werden. Die Cofermentation mit Schlachtabfällen, sogenannten Flotatfetten, führt zu einer wesentlichen Verbesserung des Biogasertrages.

In die Biogasanlage eingebrachte Substrate:

Gülle: 4000 m³/a
Schlachtabfälle: 616 t/a

Für diese Substratmenge ist ein durchschnittlich 417 m³ großer Fermenter notwendig (abhängig von der Verweildauer des Substrates im Fermenter und von der Fermentertemperatur).

Das gewonnene Biogas wird in einem BHKW in Strom und Wärme umgewandelt. Nimmt man eine Motorlaufzeit von 8.520 h/a an, so benötigt man bei einem Primärenergieinput von 1.445.000 kWh/a ein BHKW mit einer Gesamtleistung von 146 kW (86% Wirkungsgrad).
Der Strom soll in das Netz eingespeist werden. Die Wärme soll in einer landwirtschaftlichen Trocknungsanlage genutzt werden, da in der Umgebung des Schweinemastbetriebes keine Haushalte als Wärmeabnehmer zur Verfügung stehen.

Erzeugtes Biogas, Strom, Wärme:

Biogas 225.300 m³/a
Primärenergieinput 1.450.000 kWh/a

Strom netto
(vermindert um den Eigenbedarf der Anlage)

456.000 kWh/a
Wärme netto
(vermindert um den Eigenbedarf der Anlage)
391.500 kWh/a

Das Substrat, welches nach der Vergärung im Fermenter zurück bleibt, wird auf die Felder ausgebracht. Bei der Düngungsplaung ist jedoch zu beachten, dass diese Menge an Substrat nicht ausschließlich auf den Feldern des Bauers ausgebracht werden kann.

Bei dieser beispielhaften Anlage ist mit Investitionskosten von rund 274.000 € (exkl. MWSt) zu rechnen. Die jährlichen Betriebskosten (Wartung, Lohnkosten, Betriebskosten des Traktors) belaufen sich auf rund 46.500 € pro Jahr (exkl. MWSt).

Für die volkswirtschaftliche Betrachtung der Effekte dieses Maßnahmenfalles mit Hilfe der mKWA sind die projektinduzierten Emissionen zu berechnen. Die zu betrachtenden Emissionen entstehen durch die Verbrennung des Biogases im BHKW und die zusätzlichen Fahrten durch die Ausbringung des Substrates der Biogasanlage auf die Felder (zusätzlicher Dieselverbrauch = 600 l/a).
Durch diese Biogasanlage können 570.000 kWh fossile Energie pro Jahr substituiert werden.


Maßnahmenfall 3:

Projekt Kläranlage Tulln Klärgasnutzung mit Cofermentation

Die Kläranlage Tulln (derzeit 25.000 Einwohnergleichwerte) wird in absehbarer Zeit aufgrund der hohen Wachstumsraten der Stadt auf 40.000 Einwohnergleichwerte ausgebaut. Neben dem Klärschlamm, der nach dem Ausbau vermehrt anfällt, wird in diesem Maßnahmenfall auch der im Verwaltungsgebiet des Gemeindeverbandes für Abfallbeseitigung anfallende Bioabfall (Biotonne) und der Abfall aus der pharmazeutischen Industrie (Proteine) in Wärme und Strom umgewandelt. Beim Bioabfall handelt es sich konkret nur um den flüssigen Anteil der Biotonne. Der Abfall aus der pharmazeutischen Industrie wird aus Wien angeliefert. Dieser Abfall müßte ansonsten zu hohen Kosten verbrannt werden.
Die Abfälle werden in den Faulturm der Anlage eingebracht, wo anschließend Biogas gewonnen und in BHKWs in Strom und Wärme umgewandelt wird.
Die der Kläranlage naheliegenden öffentlichen Gebäude (Bundesschulzentrum, Handelsakademie und Hallenbad) und die Betriebsgebäude der Kläranlage selbst sollen mit einem Nahwärme- (957m) und einem eigenen Stromnetz von der Anlage versorgt werden. Die Energiebereitstellung durch diese Biogasanlage reicht für die Grundlastdeckung. Die Deckung der Spitzenlast bei der Wärmeversorgung soll vorerst noch von den hauseigenen Kesseln erfolgen.


Maßnahmenfall 4:

Strohheizwerk Kirchberg

Die Gemeinde Kirchberg am Wagram führt derzeit eine Befragung der Bevölkerung durch, wie groß die Bereitschaft wäre, auf alternative Energieformen umzusteigen.
Im Zuge unserer Projektarbeit betrachten wir dabei einen Maßnahmenfall, der ein Strohheizwerk im Bereich des Ortskerns der Marktgemeinde Kirchberg vorsieht. Es sollen die öffentlichen Gebäude ebenso wie Einzelhandel und Wohnhäuser im Bereich des Marktplatzes versorgt werden. Landwirtschaftlich genutzte Flächen sind in Kirchberg ausreichend vorhanden, sodaß die Verfügbarkeit des Brennmaterials gewährleistet scheint. Derzeit wird das Stroh noch in die Ackerflächen eingearbeitet, eine Einbringung des erforderlichen Brennmaterials wird aber vom Düngeaspekt als nicht problematisch angesehen. Es ist weiters zu überlegen, auf den Stillegungsflächen Gräser anzubauen, die man ebenfalls als Brennmaterial verwenden könnte.
Ziel des Projektes soll es sein, auf regional verfügbare Energieträger zurückgreifen zu können wie auch den Einsatz von fossilen Energieträgern zurückzuschrauben.